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20 Erwachsene und Kinder aus der tschechischen Stadt Trebon haben vom 4. bis 7. Juni 2010 die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) Interlaken besucht. Seit 1994 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen den politischen Gemeinden Trebon und Interlaken. Da an beiden Orten eine Gemeinde der EMK aktiv ist, werden diese Kontakte seit 2001 auch auf kirchlicher Ebene gepflegt.
Die Gäste aus dem tschechischen Trebon wollten bei ihrem Besuch in Interlaken natürlich auch die Landschaft des Berner Oberlandes geniessen. Bei tiefblauem Himmel bestiegen sie zusammen mit Einheimischen, je nach Lust und Kondition zu Fuss oder per Bahn, den Harder, von dem aus sie die Berge sahen, die sie bisher nur vom Hörensagen gekannt hatten.
An einem Gemeinschaftsabend zeigten Gäste und Gastgeber auf spielerische Art, wie ihr Gemeindeleben aussieht. Alle Beiträge wurden von Tschechisch auf Deutsch und umgekehrt übersetzt durch die Trebonerinnen Katja Permanova und Lenka Vondrackova. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Ländern ist, dass die Menschen in Tschechien mehrheitlich Atheisten sind, während sich in der Schweiz 80 Prozent als Christen bezeichnen. Entsprechend gehören in Tschechien weniger Menschen einer Kirche an, und es kann nicht vorausgesetzt werden, dass Menschen, die neu zu einer Kirche stossen, die christliche Lehre kennen. Überwiegend junge Menschen schliessen sich den Gemeinden an und bringen mit ihrem Enthusiasmus eine grosse Dynamik in die Kirche.
Ähnlich sind sich die Gemeinden Trebon und Interlaken darin, dass kleinere Gemeinden dazu gehören. In Interlaken sind dies Habkern und Meiringen, in Trebon die Missionsstation Vimperk, wo der Pfarrer nebst einer Bibelgruppe auch einen Baseball-Club leitet. In beiden Ländern legt die Kirche Wert darauf, dass es beim Glauben nicht vor allem um eine Lehre geht, sondern dass er sich im praktischen Leben auswirkt. So betreibt die EMK auch in Tschechien diakonische Projekte für Suchtkranke, Strafgefangene, Obdachlose und Behinderte.
Im Gottesdienst am Sonntag predigte Trebons Pfarrer Richard Novak über das Gleichnis von der falschen Selbstsicherheit eines reichen Mannes in Lukas 12. Als Geschenk an die Interlakner Gemeinde brachte er einen Geldbetrag, den er in seiner Gemeinde gesammelt hatte als Beitrag an die geplante Erneuerung und Erweiterung des Gemeindezentrums in Interlaken.
Bevor die Gottesdienstbesucher zum Apero übergingen, übergab OK-Vorsitzende Monika Balmer den Verantwortlichen der Gemeinden Trebon und Vimperk ein Windspiel, das sie in ihren Kapellen aufhängen können. Es soll symbolisieren, wie Gottes Geist, der auch „wie als Wind“ beschrieben wird, Menschen zu einem Wohlklang für ihre Umgebung bewegen kann.
Der Sonntagnachmittag wurde für Badevergnügen und Besuche in den umliegenden Tälern benützt, und am Montagmorgen reisten die Gäste zurück, dankbar für die Eindrücke und neue oder erneuerte Freundschaften.
Autor: Peter Baur |